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Mehr Chancen auf Wohneigentum in Leipzig
Torgauer Zeitung | 21.02.2026 von Jens Rometsch

Nur jeder Sechste in der Messestadt ist Besitzer einer Immobilie, um selber darin zu wohnen. Jetzt soll die Vergabe kommunaler Grundstücke einfacher und schneller funktionieren, damit Eigentumswohnungen oder Eigenheime attraktiver werden

Die Vergabe kommunaler Grundstücke soll künftig einfacher und schneller funktionieren, damit mehr Haushalte Chancen auf eine selbstgenutzte Eigentumswohnung oder ein Eigenheim bekommen.



Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung - in Leipzig gibt es rund 58.500 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss. Denn ihre Eigentümer nutzen sie selbst. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Pestel-Instituts aus Hannover hervor.

Die Wohneigentumsquote in Leipzig betrage damit nur 16,4 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit sind es 43,5 Prozent. Bei den Metropolen hätten Rostock, Berlin und Dresden ähnlich niedrige Werte wie Leipzig. In westdeutschen Großstädten liege die Eigentumsquote deutlich höher.

Leipzig Schlusslicht bei Metropolen

Viele Haushalte wünschten sich nach wie vor die eigenen vier Wände, sagt Institutsleiter Matthias Günther. „Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten.“ Etwa 164.400 Menschen dieser Altersgruppe lebten in Leipzig. Üblicherweise sei das ein Alter, in dem das Thema Wohnungskauf oder Hausbau Gewicht erlangt. „Aber die Nestbauer-Generation ist zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden.“ Europaweit liege Deutschland auf dem vorletzten Platz bei der Eigentumsquote. Es fehle an staatlicher Unterstützung, kritisiert der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel. Dessen Präsidentin Katharina Metzger plädiert für direkte Zuschüsse des Staates an die junge Generation. Wohneigentum sei eine gute Vorsorge gegen Altersarmut. Das nehme auch soziale Lasten von den künftigen Renten. Die aktuellen Zahlen decken sich mit einer Erhebung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) auf Grundlage der Volkszählung von 2022 (Zensus). Unter allen deutschen Großstädten kam Leipzig demnach auf die niedrigste Quote beim selbstgenutzten Wohneigentum - mit nur 13,5 Prozent. Somit leben an der Pleiße 86,5 Prozent der Leute zur Miete.

Konzeptverfahren werden vereinfacht

Laut den Pestel-Daten lebt die große Mehrheit der Leipziger Immobilienbesitzer in kleinen Siedlerhäusern - also Eigenheim oder Reihenhaus. Nur 27 Prozent von ihnen haben eine selbstgenutzte Eigentumswohnung.

Um die Quoten wenigstens etwas zu erhöhen, verändert die Stadtverwaltung gerade mehrere Programme, die zuletzt kaum noch oder gar nicht mehr funktionierten. So soll noch 2026 die Vergabe von 50 preisgünstigen Baugrundstücken für Eigenheime beginnen. Beim Kaufpreis können dort insbesondere Familien mit zwei und mehr Kindern Rabatte erhalten. Auch will die Kommune ihre Konzeptverfahren für den Bau von Mehrfamilienhäusern auf städtischen Grundstücken vereinfachen und flexibler gestalten. Künftig sollen Interessenten wählen dürfen, ob sie eine Fläche kaufen oder pachten. Bisher war nur eine Vergabe im Erbbaurecht möglich. Zu beiden Programmen muss aber erst noch der Stadtrat entscheiden.

Baugruppen gut für Gemeinschaft

Die Konzeptverfahren sollen zur innerstädtischen Eigentumsbildung beitragen. Interessierte Baugruppen berücksichtigen oft Menschen mit Behinderung, Mehrgenerationenprojekte oder Gemeinschaftsräume für den Austausch auch im Stadtviertel. Zuletzt waren aber mehrere Projekte gescheitert. Andere musste die Kommune mit hohen Zuschüssen retten - vor allem, weil die Baukosten massiv gestiegen sind.

Baubürgermeister Thomas Dienberg lässt sich dazu wie folgt zitieren: „An den erfolgreich umgesetzten Beispielen - wie in der Breitschuhstraße oder der Cichoriusstraße - sieht man, welchen Mehrwert diese Konzeptverfahren auch für die Stadtgesellschaft haben.“

Mehr Infos zum Konzeptverfahren gibt es online unter www.leipzig.de/konzeptverfahren.

Foto: Asuna Architektur | Begrünte Fassaden und ein Teilauto-Stützpunkt gehören zum Konzept der Genossenschaft InklusivLEben. Seit diesem Sommer errichtet sie ein barrierefreies Holzhaus mit 13 Sozialwohnungen in Reudnitz, Cichoriusstraße 8.
Foto: Asuna Architektur | Begrünte Fassaden und ein Teilauto-Stützpunkt gehören zum Konzept der Genossenschaft InklusivLEben. Seit diesem Sommer errichtet sie ein barrierefreies Holzhaus mit 13 Sozialwohnungen in Reudnitz, Cichoriusstraße 8.